Gefühlsduseleien
Heute ist Sonntag.
Ein ganz normaler Sonntag für vermutlich etliche Menschen da draußen. Für mich jedoch nicht. Ich kann ihn erst jetzt wieder genießen.
Nach knapp sieben Monaten gefällt mir die Ruhe, die sonntägliche Gedankenschweiferei und die Zeit, die ganz alleine für mich da ist.
Langsam komme ich wieder bei mir an (und schon schießen mir die Tränen vor lauter Erleichterung hoch), d.h. ich finde wieder zu mir selbst, sehe mich, nachdem ich - gefühlt - eine Ewigkeit meinen Fokus auf eine andere Person legte. Ich verlor mich. Aus den Augen, aus dem Sinn. Bis ich bemerkte, dass etwas nicht mehr mit mir stimmte...
Ich nenne es "die Starre", weil so es sich anfühlt. Als sei man innerlich ein- und zugefroren. Könntest du mich jetzt sehen, würde ich eine erschrockene, verängstigte Grimasse ziehen und die Körperhaltung, die Klauen eines angreifenden Monsters mimen. Als Standbild. Bestenfalls, um es zu verdeutlichen, über mehrere Stunden hinweg.
#notjustsad
Aber, wie ich eingangs schrieb, geht es mir heute besser. Die Starre versucht zwar immer wieder, die Gewalt über mich zu gewinnen, doch ich lenke sie um und weg. Mit meinen Gedanken, viel Johanniskraut-Tee (apropos: Ich setz mal eben schnell Wasser auf), Musik und einigen praktischen "Werkzeugen", die meine Therapeutin, die gute Frau, und ich zusammen für mich erarbeiteten.
Aber, wie ich eingangs schrieb, geht es mir heute besser. Die Starre versucht zwar immer wieder, die Gewalt über mich zu gewinnen, doch ich lenke sie um und weg. Mit meinen Gedanken, viel Johanniskraut-Tee (apropos: Ich setz mal eben schnell Wasser auf), Musik und einigen praktischen "Werkzeugen", die meine Therapeutin, die gute Frau, und ich zusammen für mich erarbeiteten.
Mittlerweile kommt auch die Wut wieder. Die Wut auf all diejenigen, die mir Kraft rauben, die mich regelrecht aussaugen, indem sie mich als ihren Seelenmülleimer missbrauchen, der immer alles schluckt, aber selbst nie etwas davon abladen darf. Ich kann und muss nicht immer allen helfen - an erster Stelle muss ich mir helfen. Es tut ja sonst kaum jemand.
Und ja, es stimmt, du spürst und siehst, wer dir ein wahrer Freund ist - der für dich da ist und sich nicht von dir abwendet, weil du mal nicht die Lustige, Laute und Starke bist, sondern genau das Gegenteil. Sie machen es bestimmt nicht bewusst, doch sie scheinen nicht mit deinem anderen Ich zurechtzukommen.
Sehr traurig, erschreckend, ernüchternd, aber leider wahr. Wenn die Tatsache als solche nicht schon schlimm genug wäre, haut dich dich das noch einmal um. Um noch einmal. Und noch einmal...und fühlst dich dadurch noch einsamer.
Ein Teufelskreis.
Ein Teufelskreis.
Gestern trug ich mir Nagellack auf. Für manche scheint dies selbstverständlich und banal, doch ich traute mich das häufig nicht. Weil eine Person, die mir sehr wichtig war, das nicht mochte. Irre, oder? Das Selbstbewusstsein, das Großmaul in Person ließ sich davon abschrecken.
Doch damit ist jetzt Schluss. Ich bin nicht weniger liebenswert, weil ich Nagellack trage.
Doch damit ist jetzt Schluss. Ich bin nicht weniger liebenswert, weil ich Nagellack trage.

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